Kalkulation

 

 

Wie kalkuliere ich "richtig"?

 

In der Vorlaufphase (z.B. während des Studium) sind 30 Euro pro Stunde ok, bei Start in die Selbstständigkeit ist aber vorab eine Gesamtkalkulation (Business-Plan) wichtig.

 

Miete, Auto, Versicherung, Essen & Trinken, Rücklagen...

dein Monatsbedarf sollte dir bekannt sein!

 

Beispiel:

400 Euro Miete, warm

400 Euro Krankenversicherung, Haftpflicht, Hausrat

150 Euro Leasing Auto

150 Euro Benzin

300 Euro Essen & Trinken

200 Euro sonstiges

200 Euro Rücklage/Sparen

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1.800 Euro Ausgaben pro Monat,

d.h. du brauchst in diesem Fall - grob geschätzt - mindestens

2.000 Euro Honorarumsatz (netto, also ohne MWSt) pro Monat.

 

Wieviel Honorarumsatz brauchst du, um Leben zu können?

 

Wenn du einen Kunden hast, der dich zu 80% auslastet, dann hast du eine große Abhängigkeit, kannst dich aber auch als wichtiger Dienstleister etablieren. Regelmäßige Aufträge sorgen für eine gewisse Grundauslastung.

 

Bei der großen Wettbewerbsdichte von Agenturen und Freelancern ist Fingerspitzengefühl angesagt, wenn es um die Honorarverhandlungen geht.

 

Kundenarten

 

Einmal-Kunde:

Macht bisher alles selbst, aber jetzt braucht er ganz dringend etwas von dir.

 

Netter Kunde:

Höflich und gebildet, kleines bis mittleres Budget, oft langjährige Agenturtreue.

 

Sparfuchs:   

Denkt nur daran den Stundensatz zu drücken und bemerkt nicht,

dass er dadurch schlechter fährt als mit Paketpreisen/Pauschalen.

 

Groß-Unternehmen:

Viele Vorschriften, alle sind unheimlich wichtig, viele Ansprechpartner, wenig Entscheider, lange Entscheidungs- und Abstimmungswege, gute Honorarsätze

 

Referenz-Kunde:

Dient als Türöffner bei der Akquise, gut für die eigene Reputation.

 

Anfrage-Kunde:

Braucht nur einen Vergleichspreis von dir, um seine Agentur zu drücken.

 

Tipp: Angebotsgebühr - z.B. 80 Euro - verlangen, die bei Auftrag verrechnet werden. Meistens ist dann das Angebot nicht mehr so wichtig :-)

 

 

Kalkulationsbeispiele:

 

Einzel-Kalkulation

 

Logoentwicklung für einen Existenzgründer:

 - Drei Entwürfe, 1 Enwurf wird final ausgearbeitet,

   inklusive 2. Korrekturläufe

 

2 Stunden Briefing- /Rebriefgespräche

1 Stunde Marktrecherche / Mitbewerber-Check

4 Stunden Layout

1 Stunde Präsentation

1 Stunde Administration (Telefonate, Mails, Angeboterstellung..)

2 Stunden Korrekturen

1 Stunde "Puffer" für Unvorhergesehenes

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12 Stunden Zeitaufwand à 50 Euro

= 600 Euro zzgl. Mehrwertsteuer

 

 

Da manche Kunden denken, dass sie eine Beratungs-Flat haben, sollte im Angebot unbedingt auf mögliche Mehrkosten aufmerksam gemacht werden, wenn Arbeit anfällt, die nicht durch das Angebot abgedeckt ist. Z.B. durch den Zusatz

"Sonstiger Aufwand wird mit x Euro pro Stunde abgerechnet. Anfallende Drittkosten werden gesondert abgerechnet."

 

 

Paket-Kalkulation

 

Um den Kunden zu zeigen, was alles möglich ist und

um ihn eine Auswahlmöglichkeit zu geben (ganz wichtig, um Preisdiskussionen zu vermeiden!), solltest du individuelle "Pakete" für deinen Kunden schnüren.

 

Angebotsbeispiel für einen Existenzgründer:

 

Satz & Layout von

a) Logo (siehe Einzel-Kalkulation):

600 Euro, zzgl. MWSt.

 

b) Logo, Briefpapier und Visitenkarte

(=Geschäftsausstattung):

880 Euro, zzgl. MWSt.

 

c) wie b) plus Broschüre A4

(8 seitig, Text und Bilder werden vom Kunden gestellt):

1.420 Euro, zzgl. MWSt.

 

 

Bei der Kalkulation ist auch folgendes zu beachten:

Branchensituation: Gewinnspannen, Wachstum, Konkurrenz...

Kunden-Art: Existenzgründer, Klein-Unternehmer, Mittelstand...

Betreuungsaufwand des Kunden: einfach / anstrengend

Produkt: leicht erklärbar, kompliziert, langweilig,...

Bedeutung für die Agentur: lukrativ, strategisch wertvoll,...

 

Manche Grafik-Designer-Verbände bieten Kalkulationshilfen an.

Zur Orientierung ok, meistens aber etwas zu teuer....

ADG: http://www.vtv-online.de/ueberblick.html

 

 

Jede Menge Tipps zum Thema Existenzgründung gibt es auf

der Seite des Instituts für Freie Berufe der Uni Erlangen Nürnberg

 

 http://www.ifb.uni-erlangen.de